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Lernfahrten in Bern mit Begleitperson: So übst du richtig
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Lernfahrten in Bern mit Begleitperson: So übst du richtig

16.8.2026Praxis-Tipps
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Private Lernfahrten bringen dir am meisten, wenn du nicht einfach möglichst viele Kilometer sammelst, sondern jede Fahrt planst und ein klares Ziel übst. Am wirksamsten ist diese Reihenfolge: Du lernst eine Situation zuerst mit deinem Fahrlehrer – danach vertiefst du sie privat, nach derselben Systematik.

Im Kanton Bern muss dich bei jeder Lernfahrt der Kategorie B eine geeignete Begleitperson begleiten. Die rechtlichen Voraussetzungen stammen vom Strassenverkehrsamt des Kantons Bern (SVSA). Der Übungsplan und die Tipps zur Zusammenarbeit sind meine Empfehlung als Fahrlehrer in Bern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfe zuerst, ob die Begleitperson die SVSA-Voraussetzungen erfüllt.
  • Lerne neue oder schwierige Situationen zuerst mit dem Fahrlehrer, dann privat.
  • Setz dir pro Fahrt ein klares Lernziel statt möglichst viele Kilometer.
  • Die Begleitperson bleibt ruhig und gibt kurze, rechtzeitige Hinweise.
  • Nach der Fahrt hältst du fest, was sicher war und was noch unsicher ist.

Wer darf dich in Bern begleiten?

Bei jeder Lernfahrt der Kategorie B muss eine geeignete Begleitperson dabei sein. Sie muss laut SVSA Bern mindestens 23 Jahre alt sein, den Führerausweis Kategorie B seit mindestens 3 Jahren besitzen, einen Ausweis haben, der nicht mehr auf Probe ist, die Handbremse jederzeit erreichen können und gemeinsam mit dir vor der Fahrt keinen Alkohol getrunken haben.

Ausserdem gehört das blaue «L» hinten ans Fahrzeug. Lernfahrten im Ausland empfiehlt das SVSA grundsätzlich nicht – kläre die Gültigkeit vorher mit der zuständigen Stelle ab.

Quelle: SVSA Bern – Lernfahrten machen

Warum private Lernfahrten oft wenig bringen

Einer der häufigsten Fehler bei privaten Lernfahrten ist, dass Fahrschüler einfach herumfahren, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Sie fahren immer wieder dieselbe Strecke, zum Beispiel zur Arbeit oder zum Einkaufen, oder bleiben ausserhalb der Stadt, weil sie Angst vor dichtem Verkehr und möglichen Schäden am Auto haben. So sammeln sie zwar Kilometer, üben aber nicht automatisch die Situationen, die ihnen noch Mühe bereiten.

Meine Empfehlung ist deshalb: Lerne eine neue Situation zuerst mit deinem Fahrlehrer. Danach vertiefst du genau diese Situation privat – mit einem klaren Ziel und möglichst so, wie du sie im Unterricht gelernt hast. Private Lernfahrten sollen die Fahrstunden ergänzen, nicht unstrukturiert ersetzen.

Wichtig ist mir auch: Private Übung ist nicht automatisch gute Übung. Wenn ein Ablauf falsch gelernt und über längere Zeit wiederholt wird, kann sich der Fehler verfestigen. Deshalb sollten neue und anspruchsvolle Situationen zuerst mit dem Fahrlehrer erarbeitet und private Fahrten regelmässig fachlich überprüft werden.

Die Begleitperson: Ruhe, Erfahrung und die richtige Kommunikation

Die Nervosität und Ängste der Begleitperson können sich auf den Schüler übertragen. Wenn die Begleitperson während der Fahrt selbst Angst hat, hektisch reagiert oder ständig mit einem Eingreifen rechnet, spürt das der Lernfahrer. Dadurch kann seine eigene Unsicherheit noch grösser werden.

Eine Begleitperson muss nicht jede Situation perfekt erklären können. Sie muss aber ruhig bleiben. Wenn jemand während der privaten Fahrt schreit, den Schüler unter Druck setzt oder zu spät und gleichzeitig zu viele Anweisungen gibt, wird die Fahrt nicht zu einer guten Lernumgebung. Dann ist es besser, die private Fahrt zu beenden und die Situation zuerst mit einem ruhigen Fahrlehrer anzuschauen.

Gute Anweisungen kommen nicht im letzten Moment. Die Begleitperson sollte die Route vorher kennen und dem Lernfahrer früh genug sagen, wohin er fahren muss – vor einem Spurwechsel, einer Abbiegung oder einem Kreisel. Als praktische Orientierung können fünf bis sieben Sekunden sinnvoll sein; eine starre Zeit gibt es aber nicht. Entscheidend ist, dass der Schüler genügend Zeit zum Beobachten, Einspuren und Entscheiden hat. Die Anweisung sollte kurz und klar sein: «Nächste Strasse rechts» oder «Im nächsten Kreisel dritte Ausfahrt».

Hilfreich

  • ruhig bleiben, freundlich im Ton
  • kurze, klare, rechtzeitige Hinweise
  • eine neue Schwierigkeit nach der anderen
  • bei Unklarheit anhalten und in Ruhe besprechen

Nicht hilfreich

  • schreien, Druck aufbauen, aggressiv reagieren
  • mehrere Anweisungen gleichzeitig, zu spät
  • ununterbrochen reden, Musik oder Ablenkung
  • eine dritte Person, die ständig mitredet

Wann eine Begleitperson eingreifen muss, kann man nicht mit einer pauschalen Regel beantworten. Dafür braucht es Erfahrung und eine aufmerksame Beobachtung der Verkehrssituation. Eine erfahrene Begleitperson wartet nicht unbedingt, bis der Schüler den Fehler vollständig macht. Sie erkennt möglichst früh, dass eine gefährliche Entwicklung entstehen könnte, und ist dann bereit zu handeln. Bei einem drohenden Unfall muss sie eingreifen. Wenn der Schüler dagegen nur unsicher ist und noch genügend Zeit zum eigenen Beobachten und Entscheiden hat, sollte die Begleitperson nicht jede Entscheidung vorwegnehmen.

Eine geeignete Begleitperson braucht deshalb nicht nur den erforderlichen Führerausweis, sondern auch genügend praktische Erfahrung im Verkehr, um gefährliche Entwicklungen früh zu erkennen.

Schritt für Schritt: der sichere Lernaufbau

Wenn du Angst vor dem Stadtverkehr hast, musst du nicht sofort durch die schwierigsten Kreuzungen fahren. Beginne ruhig: Übe zuerst auf einem Parkplatz das Anfahren, Anhalten, Lenken, Schauen und Blinken. Danach gehst du in einfache Quartiere und wiederholst zunächst bekannte Abläufe – zum Beispiel Rechtsabbiegen und später Linksabbiegen mit Innenspiegel, Aussenspiegel und Schulterblick.

Meine klare Empfehlung ist, die Grundlagen zuerst mit einem Fahrlehrer zu lernen. Danach wiederholst, vertiefst und festigst du diese Punkte privat. Wenn du eine Situation nicht mehr richtig verstehst oder müde wirst, hältst du an, besprichst sie in Ruhe und übst lieber später weiter, statt ununterbrochen und ohne Aufnahmefähigkeit weiterzufahren.

Für eine private Lernfahrt sind etwa 90 Minuten sinnvoll, wenn du diese Dauer gut verträgst. So bleibt Zeit, sich einzufahren, ein konkretes Lernziel zu üben und die Fahrt anschliessend kurz zu besprechen. Zu kurze Fahrten bringen oft zu wenig Übungszeit; bei Müdigkeit oder nachlassender Aufnahmefähigkeit solltest du aber früher anhalten.

In meinen Fahrstunden halte ich – sobald es sicher möglich ist – bei einer schwierigen Situation an und bespreche sie mit dir. Manchmal zeichne ich sie auf, damit du sie besser vor dir siehst. Während der Fahrt arbeite ich auch mit kommentierendem Fahren: Du sagst laut, was du gerade siehst und worauf du dich konzentrierst. So erkenne ich, ob du die wichtigen Informationen nach Priorität beobachtest. Dein Blick und deine Konzentration sollen immer dorthin wandern, wo als Nächstes eine wichtige Entscheidung vorbereitet werden muss.

Was du zuerst mit dem Fahrlehrer übst – und dann privat vertiefst

Private Lernfahrten sollen Fahrstunden ergänzen, nicht ersetzen. Meine grundsätzliche Empfehlung ist deshalb: Übe eine neue oder anspruchsvolle Situation zuerst mit deinem Fahrlehrer. Wenn du die Grundlagen verstanden hast, kannst du sie privat wiederholen und vertiefen. Das gilt für alle wichtigen Bereiche – vom Rückwärtsfahren und Parkieren bis zu Autobahn, Spurwechsel, Kreiseln und Rechtsvortritt.

Rückwärtsfahren, Parkieren und die Autobahneinfahrt gehören zu den Situationen, bei denen private Lernfahrten allein oft nicht genügen. Beim Rückwärtsfahren nach rechts oder links in eine andere Strasse müssen mehrere Dinge gleichzeitig stimmen. Beim Parkieren wissen viele Schüler nicht, wann und wie sie korrigieren sollen. Und auf der Autobahn musst du Geschwindigkeiten, Distanzen und passende Lücken schnell einschätzen. Meine fachliche Empfehlung ist deshalb: Mit einer Begleitperson solltest du erst auf die Autobahn fahren, wenn ich dich dafür praktisch prüfungsreif beurteile und ausdrücklich mein Okay gebe – also wenn du Einfahrt, Beschleunigen und Einordnen, Beobachtung, Abstände, Spurwechsel und Ausfahrt sicher beherrschst. Die private Fahrt dient danach der Vertiefung des bereits Gelernten, nicht dem erstmaligen Ausprobieren neuer oder noch unsicherer Autobahnsituationen.

Private Lernfahrten sollten auch nicht nur aus derselben Alltagsroute bestehen. Je nach Lernstand müssen Rückwärtsfahren, Parkieren, Autobahneinfahrt und -ausfahrt, Spurwechsel, innerorts und ausserorts, einfache und zweispurige Kreisel wiederholt werden. Besonders der Rechtsvortritt braucht regelmässige Übung, weil du oft sehr schnell entscheiden musst, wer Vortritt hat. Solche Situationen bespreche und zeichne ich bei Bedarf mit dir: Wenn du aufzeichnest, wer von wo kommt und warum jemand Vortritt hat, verstehst du die verschiedenen Möglichkeiten besser. Danach musst du diese Entscheidung im echten Verkehr selbstständig erkennen und umsetzen.

Falsch eingeübte Abläufe können sehr hartnäckig sein. Das betrifft zum Beispiel die Lenkradtechnik, die Reihenfolge beim Parkieren oder die Beobachtung beim Rückwärtsfahren. Wenn solche Muster von Anfang an immer wieder falsch wiederholt wurden, müssen wir zuerst den Ablauf korrigieren und neu aufbauen. Erst danach ist es sinnvoll, ihn privat weiter zu üben. Eine private Begleitperson kann dir eine ehrliche Rückmeldung geben – aber ihr fehlt bei solchen Manövern manchmal die passende fachliche Erklärung.

Sicherheit: die Begleitperson prüft das Fahrzeug

Die Begleitperson trägt die Verantwortung, das Fahrzeug vor der Lernfahrt zu prüfen. Sie muss sicherstellen, dass das Fahrzeug für Lernfahrten geeignet ist und dass sie die Handbremse vom Beifahrersitz aus gut erreichen und im Notfall wirksam betätigen kann. Diese Prüfung ist Aufgabe der Begleitperson – nicht des Lernfahrers. Das gilt besonders, wenn der Lernfahrer minderjährig und technisch noch unerfahren ist.

Die Begleitperson soll das konkrete Fahrzeug zunächst bei niedriger Geschwindigkeit in einer geeigneten, sicheren und verkehrsfreien Umgebung prüfen. Als praktische Fachempfehlung von DriveMaster – sofern das Fahrzeug dafür geeignet ist und die Fahrzeuganleitung nicht widerspricht – erhöht sie die Geschwindigkeit danach nur fahrzeugabhängig und stufenweise: zunächst etwa 30 km/h, danach 40 km/h und danach 50 km/h. Sie beginnt immer mit der niedrigeren Geschwindigkeit und beobachtet, ob das Fahrzeug ruhig bleibt oder beim Betätigen der Handbremse ausbricht. Der Lernfahrer führt diese technische Prüfung nicht selbst durch.

Die konkrete Wirkung hängt vom Fahrzeug und Bremssystem ab. Deshalb darf die Begleitperson nicht einfach davon ausgehen, dass die Handbremse im Notfall ausreichend wirkt. Bei Unsicherheit muss die Prüfung mit dem Fahrlehrer oder einer Fachperson erfolgen.

Wichtig: Die gesetzliche Voraussetzung ist, dass die Begleitperson die Handbremse während der Fahrt jederzeit betätigen können muss (SVSA Bern). Die stufenweise Prüfung bei ca. 30/40/50 km/h ist die praktische Sicherheits- und Fachempfehlung von DriveMaster – keine allgemeine gesetzliche Geschwindigkeitsvorschrift.

Nach der Fahrt: reflektieren und fachlich überprüfen

Nach jeder privaten Lernfahrt solltest du dir kurz notieren, was du gelernt hast, was bereits sicher funktioniert und wo noch Unsicherheit besteht. So weisst du bei der nächsten Fahrt, was du wiederholen musst, und kannst deinem Fahrlehrer genau sagen, welche Situation ihr gemeinsam anschauen solltet.

Deine Reflexion nach der Fahrt

  • Was habe ich heute neu gelernt, was hat schon sicher funktioniert?
  • Wo musste die Begleitperson eingreifen oder besonders aufmerksam sein?
  • Welche Situation habe ich noch nicht sicher beherrscht?
  • Was wiederhole ich bei der nächsten privaten Fahrt?
  • Was schaue ich bei der nächsten Fahrstunde mit meinem Fahrlehrer an?

Nach einer privaten Lernfahrt soll mir in erster Linie der Schüler selbst erzählen, wo Probleme und Unsicherheiten aufgetreten sind. Die Begleitperson darf ihre Wahrnehmung ergänzen, aber sie ist keine Fachperson und kann eine Situation anders einschätzen. Deshalb prüfe ich in der nächsten Fahrstunde, ob die geschilderten Schwierigkeiten tatsächlich so bestanden haben und was wir gezielt weiter üben müssen. Ich übernehme deine Einschätzung also nicht ungeprüft: Ich fahre die Situation nochmals mit dir, stelle gezielte Fragen und beobachte in den nächsten Lektionen, wie du dich in ähnlichen Situationen verhältst.

Eine positive Rückmeldung von deinem Vater, deiner Freundin, deinem Freund oder einem Kollegen kann dir Mut machen. Sie ist aber nicht automatisch eine fachliche Einschätzung deiner Fahrfähigkeit. Private Begleitpersonen sehen oft, dass du dich auf einer bekannten Strecke sicher bewegst – sie beurteilen jedoch nicht unbedingt, ob du Vortrittssituationen früh erkennst, Gefahren richtig einschätzt und auch auf einer unbekannten Strecke selbstständig entscheiden kannst. Dafür braucht es die fachliche Beobachtung eines Fahrlehrers.

Meine Arbeitsweise – und wie dich die App unterstützt

Strukturierter Unterricht bedeutet für mich, dass ich nicht einfach mit dir losfahre und möglichst viele Kilometer sammle. Ich plane jede Lektion nach deinem aktuellen Lernstand: Welche Fähigkeit fehlt dir noch, welche Übung ist jetzt am wichtigsten und welche Umgebung passt dafür? Manchmal fahren wir deshalb bewusst auf die andere Seite der Stadt, weil wir dort eine bestimmte Situation sicher und sinnvoll üben können. Für mich ist wichtiger, dass du unter passenden Bedingungen lernst, als dass ich ein paar Minuten Anfahrt spare.

Auch bei Erklärungen schaue ich nicht immer nur auf die Uhr. Wenn du eine Situation noch nicht verstanden hast, bleibe ich häufig noch im Auto und bespreche sie mit dir. Geduld bedeutet für mich, dass ich dir eine Sache auch hundertmal erkläre, wenn du sie noch nicht verstanden hast. Ich bleibe auch dann ruhig, wenn derselbe Fehler wieder vorkommt – denn viele Fahrschüler kritisieren sich nach Fehlern bereits selbst sehr stark. Meine Aufgabe ist es, den Fehler ehrlich und fachlich zu erklären, ohne dich persönlich abzuwerten.

Dazu gehört auch ehrliches Feedback: Ich sage dir, wenn du bei einer Situation noch mehr Übung brauchst. Dabei beginne ich nicht mit pauschaler Kritik, sondern schaue zuerst, was du bereits gut machst, und erkläre dir danach konkret, woran wir weiterarbeiten. Ob du eine Situation privat weiterüben kannst, entscheide ich nicht nach einer starren Zahl: Wenn du den Ablauf bereits ziemlich gut beherrschst, empfehle ich dir, genau diese Reihenfolge und Systematik privat weiterzuführen und dein Können zu festigen. Wenn die Grundlagen noch nicht sicher genug sind, üben wir zuerst gemeinsam weiter.

Meine Fahrschul-App für deine privaten Lernfahrten

In meiner Fahrschul-App kannst du deine Beobachtungen und Unsicherheiten nach der Fahrt einfach einsprechen. Die App transkribiert deine Aussage, sodass daraus persönliche Notizen und Reflexionen zur privaten Lernfahrt entstehen. Diese kannst du später wieder ansehen und in der nächsten Fahrstunde mit mir besprechen. Die fachliche Beurteilung und Korrektur mache ich – die App ersetzt das nicht.

Anleitungen & Videos

Zur konkreten Situation nachsehen – Fahrzeugbedienung, Autobahn, Blickführung, Rechtsvortritt.

Sprechen statt tippen

Du sagst auf Hochdeutsch, was dir aufgefallen ist – die App transkribiert es zu deiner Notiz.

Reflexion wiederfinden

Deine Notizen zur Fahrt bleiben in deinem persönlichen Bereich in der App.

Deinen Lernstand sehen

Nach meiner Bewertung siehst du, wo du schon stark bist und woran wir noch arbeiten.

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Deine Checkliste für die nächste Lernfahrt

Eine einfache Zusammenfassung für geplante, ruhige und fachlich abgestimmte Lernfahrten – für Lernfahrer und Begleitpersonen.

1 · Vor der Fahrt

  • Welches eine oder welche zwei Lernziele üben wir heute?
  • Wurde diese Situation bereits mit dem Fahrlehrer eingeführt?
  • Erfüllt die Begleitperson die SVSA-Voraussetzungen, «L» montiert?
  • Kann die Begleitperson die Handbremse gut erreichen, Fahrzeug geeignet?
  • Sind beide ruhig, aufmerksam und nicht übermüdet?

2 · Während der Fahrt

  • Kurze, klare, rechtzeitige Anweisungen – Richtung früh genug.
  • Nur eine neue Schwierigkeit nach der anderen.
  • Bei Unklarheit ruhig sprechen oder anhalten – nicht drängen.
  • Pause, wenn der Schüler nicht mehr aufnahmefähig ist.

3 · Nach der Fahrt

  • Was war sicher, was noch unsicher? Kurz notieren.
  • Was wiederhole ich bei der nächsten Fahrt?
  • Was schaue ich mit dem Fahrlehrer an?

Mein Fazit für deine Lernfahrten in Bern

Private Lernfahrten sollen nicht einfach möglichst viele Kilometer bringen. Plane möglichst jede Fahrt und übe genau das, was du bereits mit deinem Fahrlehrer gelernt hast. Festige bekannte Abläufe zuerst mit derselben Reihenfolge und Systematik. Schwierige neue Situationen solltest du erst privat trainieren, wenn dein Fahrlehrer sie mit dir eingeführt und geübt hat.

Wenn du in Bern neu startest oder bei einer bestimmten Situation nicht weiterkommst, ist eine Lektion beim Fahrlehrer der sinnvollste erste Schritt. Danach begleiten dich deine privaten Fahrten gezielt weiter. Schau dir dazu auch meinen Führerschein-Guide und meine häufigen Fragen an, oder lies, wie ich arbeite.

Häufige Fragen zu Lernfahrten mit Begleitperson in Bern

Wer darf mich in Bern auf einer Lernfahrt begleiten?

Eine Begleitperson, die mindestens 23 Jahre alt ist, den Führerausweis Kategorie B seit mindestens drei Jahren besitzt und nicht mehr auf Probe ist. Sie muss die Handbremse jederzeit erreichen können.

Darf eine Begleitperson den Führerausweis auf Probe haben?

Nein. Der SVSA Bern verlangt einen Führerausweis Kategorie B, der seit mindestens drei Jahren besteht und nicht mehr auf Probe ist.

Muss das «L» bei jeder Lernfahrt am Auto sein?

Ja. Das blaue «L» gehört bei jeder Lernfahrt hinten am Fahrzeug befestigt.

Wie lange sollte eine private Lernfahrt dauern?

Etwa 90 Minuten sind sinnvoll, wenn du die Dauer gut verträgst – genug Zeit, um ein Lernziel zu üben und die Fahrt kurz zu besprechen. Bei Müdigkeit hörst du früher auf.

Was soll ich bei privaten Lernfahrten zuerst üben?

Zuerst die Situationen, die du bereits in der Fahrstunde eingeführt bekommen hast. Neue oder schwierige Manöver kommen erst dazu, wenn wir sie gemeinsam vorbereitet haben.

Darf ich als Lernfahrer mit einer Begleitperson auf die Autobahn fahren?

Rechtlich ist es möglich. Meine fachliche Empfehlung: Mit einer Begleitperson solltest du erst auf die Autobahn fahren, wenn ich dich dafür praktisch prüfungsreif beurteile und ausdrücklich mein Okay gebe – also wenn du Einfahrt, Beschleunigen und Einordnen, Beobachtung, Abstände, Spurwechsel und Ausfahrt sicher beherrschst. Die private Fahrt dient dann der Vertiefung bereits gelernter Fähigkeiten, nicht dem ersten Ausprobieren.

Was mache ich, wenn meine Begleitperson ständig korrigiert?

Vereinbart vorher, dass sie kurze Hinweise gibt und Rückmeldungen eher nach der Situation. Dauerndes Eingreifen nimmt dir die eigene Entscheidung – ausser bei akuter Gefahr.

Mein Vater sagt, ich fahre gut – reicht das?

Solches Lob kann Mut machen, ersetzt aber keine fachliche Einschätzung. Ob du Vortritt und Gefahren früh erkennst und auch unbekannte Strecken sicher fährst, beurteilt am besten ein Fahrlehrer.

Sind private Lernfahrten im Ausland erlaubt?

Das SVSA empfiehlt Lernfahrten im Ausland grundsätzlich nicht. Kläre die Gültigkeit vor einer Auslandsfahrt mit der zuständigen Stelle ab.

Kann Drivemaster einen individuellen Übungsplan erstellen?

Ja. In der Fahrstunde halte ich fest, woran wir arbeiten, und sage dir konkret, was du privat wiederholen sollst. In meiner App kannst du deine Reflexion nach der Fahrt einsprechen und wieder ansehen.

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