Häufig gestellte Fragen
Alles Wichtige rund um deine Fahrausbildung in Bern
29 Fragen in 6 Kategorien
Fahrstunden
10 FragenWie viele Fahrstunden brauche ich im Kanton Bern durchschnittlich?
Im Kanton Bern benötigen Fahrschüler durchschnittlich etwa 20 bis 30 professionelle Fahrlektionen à 45–50 Minuten. Die tatsächliche Anzahl hängt von individuellem Lerntempo, regelmässigen privaten Übungsfahrten, Verkehrssinn und Kontinuität der Ausbildung ab. Wer zusätzlich privat übt, benötigt häufig weniger Lektionen.
Was lerne ich in der ersten Fahrstunde?
Die erste Fahrstunde dient dazu, eine sichere Grundlage zu schaffen: korrekte Sitzposition und Spiegel-Einstellung, grundlegende Fahrzeugbedienung, Anfahren und Anhalten, Lenkverhalten, Blickführung und zentrale Sicherheitsregeln. Das Lerntempo wird individuell angepasst.
Wie lange dauert die Fahrausbildung insgesamt?
Die Dauer variiert individuell, liegt aber bei regelmässiger Ausbildung häufig zwischen 3 und 6 Monaten. Entscheidend sind persönliche Lernfortschritte, Regelmässigkeit der Fahrstunden und zusätzliche private Übungsfahrten.
Darf ich mein eigenes Auto zur Prüfung verwenden?
Grundsätzlich ja, sofern das Fahrzeug den Sicherheits- und Zulassungsvorschriften entspricht. Viele Fahrschüler entscheiden sich jedoch für das Fahrschulauto, da sie Bedienung und Fahrverhalten bereits kennen. Ein Fahrzeugwechsel kurz vor der Prüfung kann zusätzlichen Anpassungsbedarf verursachen.
Automatik oder Schaltung – welche Ausbildung ist sinnvoll?
Beide Varianten sind zugelassen. Seit der Gesetzesanpassung kann man mit Automatik prüfen und dennoch Schaltung fahren. Automatik erleichtert vielen den Einstieg, da man sich stärker auf Verkehrsbeobachtung konzentrieren kann. Die Wahl sollte auf den individuellen Mobilitätsbedürfnissen basieren.
Wie viele private Lernfahrten sind sinnvoll?
Private Lernfahrten sind wertvoll für Routine und Verkehrssicherheit. Die ideale Anzahl hängt vom Lernfortschritt ab. Wichtig: Ohne fachliche Rückmeldung können sich Fehler einschleifen. Eine Kombination aus professionellen Fahrstunden und privaten Übungsfahrten ist am effektivsten.
Kann ich die Fahrschule während der Ausbildung wechseln?
Ja, in der Schweiz besteht keine Verpflichtung, die gesamte Ausbildung bei derselben Fahrschule zu absolvieren. Der bisherige Lernfortschritt bleibt erhalten. Es empfiehlt sich, die neue Fahrschule über den Ausbildungsstand zu informieren.
Gibt es Fahrstunden auch abends oder am Wochenende?
Ja, viele Fahrschulen bieten flexible Unterrichtszeiten an – auch am frühen Morgen, abends oder samstags. Sonntags werden in der Regel keine Fahrstunden angeboten. Die genaue Verfügbarkeit hängt von der jeweiligen Fahrschule ab.
Wie erkenne ich eine seriöse Fahrschule?
Wichtige Qualitätsmerkmale sind: Transparente Preisgestaltung, strukturierte Ausbildung, individuelle Betreuung, realistische Prüfungseinschätzung und klare Kommunikation. Eine seriöse Fahrschule fokussiert auf fundierte Ausbildung statt auf möglichst viele Lektionen.
Warum bestehen manche trotz vieler Fahrstunden nicht?
Die Anzahl Lektionen allein ist kein Indikator für Prüfungsreife. Häufige Gründe sind: unzureichende Verkehrsbeobachtung, verspätete Entscheidungsfindung, mangelnde Routine, Nervosität oder automatisierte Fehler aus unbegleiteten Übungsfahrten. Nachhaltige Prüfungsreife entsteht durch strukturierte Ausbildung und gezieltes Feedback.
Kosten
3 FragenWas kostet der Führerschein in Bern insgesamt?
Die Gesamtkosten liegen meist zwischen CHF 2'000 und CHF 3'500. Sie setzen sich zusammen aus: Nothelferkurs, Sehtest, Lernfahrausweis-Gesuch, Theorieprüfung, Fahrstunden, VKU, praktische Prüfung und Fahrzeugmiete. Den grössten Einfluss hat die Anzahl Fahrstunden.
Was kostet eine einzelne Fahrstunde in Bern?
Die Preise liegen üblicherweise zwischen CHF 80 und CHF 110 pro Lektion. Preisunterschiede entstehen durch Qualifikation des Fahrlehrers, Fahrzeugtyp und Unterrichtskonzept. Entscheidend ist nicht der Preis pro Lektion, sondern die Effizienz der Ausbildung.
Was kostet die praktische Fahrprüfung?
Die Prüfungsgebühr beim Strassenverkehrsamt beträgt etwa CHF 120 bis CHF 140. Hinzu kommt eine Vorbereitungsfahrt und die Begleitung durch den Fahrlehrer – insgesamt sollte man mit einem Zeitaufwand von 2 bis 2,5 Stunden (ca. 3 Lektionen) rechnen.
Kurse
3 FragenWas ist der Nothelferkurs und warum ist er Pflicht?
Der Nothelferkurs vermittelt lebensrettende Sofortmassnahmen bei Unfällen. Er ist gesetzlich vorgeschrieben und Voraussetzung für den Lernfahrausweis. Der Ausweis ist 6 Jahre gültig und schweizweit anerkannt. Es empfiehlt sich, den Kurs frühzeitig zu absolvieren.
Was ist der Verkehrskundeunterricht (VKU)?
Der VKU umfasst 8 Pflichtlektionen und vermittelt: Verkehrswahrnehmung, Gefahrenfrüherkennung, Fahrphysik und defensive Fahrweise. Der VKU sollte möglichst früh in der Ausbildung besucht werden, damit das Wissen direkt in den Fahrstunden angewendet werden kann. Ab 2027 wird der VKU Voraussetzung für die Theorieprüfung.
Was passiert nach bestandener praktischer Prüfung?
Der Führerausweis wird zunächst auf Probe (3 Jahre) ausgestellt. Der obligatorische Weiterbildungskurs (WAB) muss innerhalb von 12 Monaten absolviert werden. Nach unauffälliger Probezeit wird der Ausweis unbefristet. Der WAB umfasst Risikobewusstsein, Bremswege, Ausweichmanöver und Eco-Drive.
Lernfahrausweis
5 FragenAb welchem Alter kann ich mit der Fahrausbildung beginnen?
Im Kanton Bern kann der Lernfahrausweis ab 17 Jahren beantragt werden. Wer vor dem 20. Geburtstag prüft, muss eine begleitete Lernphase von mindestens 12 Monaten durchlaufen. Ein früher Ausbildungsbeginn ermöglicht Fahrpraxis ohne Zeitdruck.
Wie erhalte ich den Lernfahrausweis?
Voraussetzungen: Bestandener Sehtest, gültiger Nothelferausweis, Gesuchsformular und Identitätsnachweis. Das Gesuch wird beim Strassenverkehrsamt eingereicht. Nach bestandener Theorieprüfung wird der Lernfahrausweis ausgestellt und die praktische Ausbildung darf beginnen.
Kann ich als Ausländer den Führerausweis erwerben?
Ja, mit Wohnsitz in der Schweiz. Wer keinen Führerausweis hat, durchläuft die reguläre Ausbildung. EU/EFTA-Ausweise werden meist ohne Kontrollfahrt umgeschrieben. Bei anderen Ländern kann eine Kontrollfahrt erforderlich sein. Details beim Strassenverkehrsamt klären.
Wie funktioniert der Führerausweis-Umtausch?
Der ausländische Führerausweis muss innerhalb von 12 Monaten nach Wohnsitznahme umgetauscht werden. Erforderlich: Gültiger ausländischer Ausweis, Identitätsnachweis, Passfoto, Sehtest und ggf. Übersetzung. EU/EFTA-Ausweise werden meist ohne Prüfung umgeschrieben.
Ist der Führerausweis zeitlich begrenzt gültig?
Nach der 3-jährigen Probezeit wird der Ausweis unbefristet. Eine Wiederholungsprüfung ist nicht vorgesehen, solange keine schwerwiegenden Verstösse oder medizinischen Gründe vorliegen. Die eigene Fahrkompetenz sollte dennoch kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Theorie
4 FragenWie läuft die Theorieprüfung ab?
Die computergestützte Prüfung besteht aus 50 Multiple-Choice-Fragen. Maximal 15 Fehlerpunkte sind erlaubt. Geprüft werden: Verkehrsregeln, Signale, Vortrittsrecht, Gefahrenlehre und Verhalten in Verkehrssituationen.
Wie bereite ich mich optimal auf die Theorieprüfung vor?
Wichtig ist das Verständnis der Regeln, nicht Auswendiglernen. Nutze aktuelle, offizielle Lernmittel und übe regelmässig in kurzen Einheiten. Verstehe, warum Antworten richtig oder falsch sind. Wer die Theorie versteht, startet sicherer in die Fahrausbildung.
Ist der Besuch einer Fahrschule Pflicht?
Nein, private Lernfahrten mit Begleitperson sind erlaubt. Eine professionelle Ausbildung bietet jedoch strukturierte Strategien, fachliche Rückmeldung und prüfungsorientierte Vorbereitung. Die Kombination aus Fahrschule und privaten Übungsfahrten ist am effektivsten.
In welchen Sprachen kann ich die Prüfungen absolvieren?
Theorieprüfung: Deutsch, Französisch, Italienisch und in vielen Kantonen (inkl. Bern) auch Englisch. Praktische Prüfung: In der Amtssprache des Kantons (Bern: Deutsch). Bei Sprachproblemen kann ein Dolmetscher eingesetzt werden – frühzeitig mit dem Strassenverkehrsamt klären.
Prüfung
4 FragenWie melde ich mich zur praktischen Prüfung an?
Die Anmeldung erfolgt bei erreichter Prüfungsreife und absolviertem VKU. Meist organisiert die Fahrschule die Prüfung, da Fahrlehrer den Ausbildungsstand realistisch einschätzen können. Eine direkte Anmeldung beim Strassenverkehrsamt ist auch möglich.
Wie läuft die praktische Fahrprüfung ab?
Die Prüfung dauert 45–60 Minuten im realen Verkehr. Bewertet werden: vorausschauende Verkehrsbeobachtung, Anwendung der Regeln, angepasste Geschwindigkeit und Entscheidungsfähigkeit. Bewertet wird der Gesamteindruck – kleinere Unsicherheiten führen nicht automatisch zum Nichtbestehen.
Welche Fehler führen zum Nichtbestehen?
Nicht einzelne Unsicherheiten, sondern wiederkehrende oder sicherheitsrelevante Fehler: ungenügende Verkehrsbeobachtung, falsche Geschwindigkeit, Missachtung von Vortrittsregeln, unsichere Entscheidungen. Viele Fehler entstehen aus mangelnder Routine oder Prüfungsnervosität.
Was passiert bei Nichtbestehen der Prüfung?
Die Prüfung kann wiederholt werden. Der Experte gibt Rückmeldung zu Verbesserungsbereichen. Oft handelt es sich um einzelne Unsicherheiten, nicht grundlegende Defizite. Eine differenzierte Nachbesprechung mit dem Fahrlehrer hilft, die Erfolgschancen beim nächsten Mal zu erhöhen.
Noch Fragen?
Ich beantworte gerne alle weiteren Fragen persönlich.
