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Blickführung und Spurhaltung: Mit den Augen fahren, nicht mit den Händen
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Blickführung und Spurhaltung: Mit den Augen fahren, nicht mit den Händen

30.4.2026Praxis-Tipps
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Ganz einfach gesagt: Die Blickführung ist die Ursache, die Spurhaltung ist die Folge. Das eine bedingt das andere – wer mit den Augen führt, fährt automatisch sauber in der Spur. Schauen wir uns das mal genauer an.

Das Problem am Anfang

Was ich bei fast allen Fahrschülern sehe: Am Anfang schaust du viel zu nah vor das Auto. Du klebst mit den Augen quasi an der Strasse direkt vor der Motorhaube. Das ist völlig normal, jeder macht das am Anfang.

Aber genau das ist das Problem: Wenn du nur direkt vor dich schaust, kannst du nur von Sekunde zu Sekunde reagieren. Du korrigierst ständig nach links, nach rechts, das Auto eiert, und du fragst dich warum du nicht sauber in der Spur bleibst. Die Antwort ist simpel: Du schaust falsch.

Blickführung – wohin du schaust, dahin fährst du

Blickführung heisst, dass du aktiv mit den Augen den Weg planst. Stell dir vor, dein Blick ist ein unsichtbares Seil, das dein Auto nach vorne zieht. Wo du hinschaust, dahin fährt dein Auto.

💡 Mein Profi-Tipp: Schau so weit voraus wie möglich

Nicht direkt vor die Motorhaube, sondern weit in die Ferne – dorthin wo du hinfahren willst. Dein Blick soll dabei die Strasse abtasten, nicht an einem einzigen Punkt hängen bleiben.

In einer Kurve heisst das: Schau nicht auf die Strasse direkt vor dir, sondern dorthin wo die Kurve am weitesten weg optisch "verschwindet" – das ist der sogenannte Fluchtpunkt. Da will dein Auto hin, also schaust du auch dahin.

Und wenn du hinter einem anderen Auto herfährst, passiert oft folgendes: Du starrst auf die Bremslichter des Vordermanns. Du klebst förmlich daran. Das nennt man Target Fixation – du fixierst ein Ziel und kannst den Blick nicht davon lösen. Das ist gefährlich, weil du dann alles andere um dich herum nicht mehr mitbekommst.

Mein Tipp dafür: Stell dir vor, die Autos vor dir sind aus Glas. Dein Blick geht durch sie hindurch, weit nach vorne zum Horizont.

Blickführung beim Abbiegen – das gleiche Prinzip

Die Blickführung ist nicht nur auf gerader Strecke oder in Kurven wichtig. Genauso entscheidend ist sie beim Abbiegen in eine andere Strasse.

Stell dir vor, du willst abbiegen. Du hast alles richtig gemacht: Innenspiegel, Aussenspiegel, Schulterblick, geblinkt, dich richtig eingespurt und den Gegenverkehr durchgelassen. Und jetzt kommt der Moment, wo es losgeht – und genau hier machen viele einen Fehler. Sie schauen irgendwo hin, nur nicht dorthin wo sie eigentlich hinfahren wollen.

Sobald es frei ist, pendelst du mit dem Blick hin und her. Du schaust zum Gegenverkehr, dann sofort in die Strasse hinein wo du hinfahren willst, dann wieder kurz zum Gegenverkehr, dann wieder in deine Richtung.

Dieses Pendeln ist wichtig, weil du beides gleichzeitig im Griff haben musst – den Gegenverkehr beobachten und deinen Weg planen.

Und sobald du dich zum Abbiegen entschieden hast, richte den Blick sofort in die Strasse hinein, in die du einbiegst. Weit hinein, nicht auf die Bordsteinkante direkt neben dir. Warum?

Erstens lenkst du dadurch automatisch richtig ein – weder zu früh noch zu spät. Und zweitens, und das ist genauso wichtig: Du siehst sofort die Fussgänger. Wenn jemand am Rand steht oder gerade über die Strasse laufen will, bemerkst du das nur, wenn dein Blick schon dort ist. Wer erst auf die Bordsteinkante vor sich schaut und dann abbiegt, sieht den Fussgänger viel zu spät.

Spurhaltung – passiert fast von alleine

Und jetzt kommt das Schöne daran: Wenn die Blickführung stimmt, kommt die Spurhaltung fast wie von selbst. Das ist kein Zufall, das funktioniert wirklich so.

Egal ob geradeaus, in der Kurve oder beim Abbiegen – wenn du weit voraus auf den Fluchtpunkt oder in deine Fahrtrichtung schaust, lenkt dein Körper das Auto ganz automatisch in einem sauberen Bogen. Du musst nicht mehr ständig eckig korrigieren, das Auto wird stabiler, du fährst flüssiger.

Natürlich darfst du zwischendurch kurz den Blick vor das Auto nehmen, um deine Position auf der Spur zu kontrollieren. Aber nur kurz – dann geht der Blick sofort wieder in die Ferne.

Das Wichtigste zum Merken

Du fährst nicht mit den Händen sauber in der Spur. Du fährst mit den Augen. Die richtige Blicktechnik ist die Basis für alles – fürs Lenken, fürs Tempo anpassen, fürs sichere Fahren, fürs rechtzeitige Erkennen von Fussgängern.

Wenn die Augen das Richtige machen, folgen die Hände von alleine. Das gilt auf der Geraden, in der Kurve, beim Hinterherfahren und beim Abbiegen – immer.

Wenn du gerade mit dem Führerschein anfängst und dir das alles noch theoretisch klingt: In meinem Führerschein Guide findest du den kompletten Ablauf der Ausbildung Schritt für Schritt erklärt. Und wenn du nach dem Lesen dieses Beitrags Lust hast, das in der Praxis zu üben – genau das machen wir gemeinsam in meinen Fahrstunden bei Drivemaster in Bern. Ich arbeite mit jedem Schüler aktiv an der Blicktechnik, und du wirst überrascht sein wie schnell sich das auswirkt.

Wenn du gerade vor der praktischen Prüfung stehst und Sorge hast, dass die Nervosität deine Blickführung stört, lies meinen Beitrag Prüfungsangst vor der Fahrprüfung besiegen. Und falls du noch nicht so weit bist und gerade die Theorie vorbereitest, hilft dir mein Artikel zur Theorieprüfung in Bern beim Einstieg.

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Memedovski, M. (2026). Blickführung und Spurhaltung: Mit den Augen fahren, nicht mit den Händen. Drivemaster Fahrschule Bern. https://drivemaster.ch/blog/blickfuehrung-spurhaltung

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